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Natkul - Himalaya Tours

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Spiti - eine Himalayaregion und seine tibetisch-buddhistische Reichtümer

Die verwaltungstechnisch zusammengehörenden Regionen Lahaul und Spiti bilden den buddhistsisch geprägten Teil des Bundesstaates Himachal Pradesh.

Flächenmäßig betrachtete sind Lahaul und Spiti relativ groß, aber es leben nur wenige Menschen in diesen Regionen. Während in Himachal Pradesh im Durchschnitt auf einem Quadratkilometer 109 Menschen im Jahr 1992 lebten, so sind es in Lahaul und Spiti lediglich 2 Personen. Diese überaus geringe Bevölkerungsdichte unterstreicht die schwierigen Lebensbedingungen in dieser Bergregion des Himalaya. Weidewirtschaft, Landwirtschaft und Handel trugen in jeweils unterschiedlichen Anteilen dazu bei, das materielle Überleben zu sichern. Die aus überwiegend sesshaften Bauern und Nomaden bestehende Bevölkerung, nutzte die eher lebensfeindliche Berglandschaft vermittels Bewässerungsfeldwirtschaft und extensiver Viehwirtschaft. Für die Bauern ist es nur durch die Bewässerung möglich, in dieser wüstenartigen fast baumlosen Region, Getreide anzupflanzen.

Die in Spiti lebenden Menschen sind Anhänger des tibetischen Buddhismus. Der südlich an Spiti angrenzende Bezirk Kinnaur stellt eine naturräumliche und religiöse Übergangsregion dar. Das obere Kinnaur ist in religiöser Hinsicht eine Übergangsregion zwischen Buddhismus und Hinduismus und zudem findet der naturräumliche Übergang vom vegetationsreichen "grünen" zum vegetationsarmen Himalaya statt. Wer beispielsweise vom unteren Kinnaur über den Bhaba Pass nach Spiti oder vom Parvati Tal in das Pin Tal wandert, wird den Wechsel des Landschaftsbildes eindrücklich erleben können. Bei einer Fahrt auf der "Hindustan Tibetan Road" entlang des Sutlej kann diese Veränderung der Landschaft ebenso erlebt werden.

Das politische Schicksal von Spiti wurde über viele Jahrhunderte hinweg, entweder von den Tibetern - dem angrenzenden Guge-Reich - oder den Ladakhis bestimmt. Als Letztere im Krieg von 1681 bis 1683 den Tibetern unterlagen, war deren politischer Zenit überschritten und Spiti mehrere Male Ziel von Plünderungen und Lahaul im Nachhinein unter die Herrschaft von Kulu gestellt. Im 19. Jahrhundert geriet Spiti, wie auch andere Teile des heutigen Himachal Pradesh, direkt unter britische Herrschaft.

Obwohl in Spiti nur etwa 10.000 Menschen leben, sind hier alle vier Hauptschulen der tibetisch-buddhistischen Glaubensrichtungen vertreten. Selbst die noch vor dem Buddhismus herrschende Bön-Religion existiert in rudimentärer Form noch im Pin Tal.

Die buddhistischen Klöster bestimmten über Jahrhunderte hinweg das Leben der Bewohner Während das rund 1000 Jahre alte Kloster Tabo mit seinen flachen Lehmbauten im Tal liegt, schmiegt sich der später erbaute Klosterkomplex in Ki an einen steilen Hang und gleicht eher einer Burg.

Dass die bis zur Gründung zurückreichenden Freskenmalereien in Tabo bis heute erhalten sind, ist einerseits dem trockenen und niederschlagsarmen Klima zu verdanken, andererseits auf glückliche Umstände zurückzuführen. Kunsthistorisch ist es ein Juwel unter den buddhistischen Klöstern des Himalaya, obschon es von außen betrachtet einem unscheinbaren Gebäudekomplex gleicht. Ist der Besucher jedoch einmal über die Türschwelle getreten, dann ist man befangen von den Malereien an den Wänden und den Plastiken und der besonderen Atmosphäre der Räumlichkeiten - atemberaubend. Sicherlich haben die anderen Tempel ihre eigene Ausstrahlungskraft, ob nun in Spiti, Lahaul oder Ladakh, dennoch gehört der Besuch von Tabo und die Gompa von Alchi in Ladakh zu den bemerkenswertesten und ästhetisch bezauberndsten Erlebnissen. Beide Orte gehören zu Recht zum Weltkulturerbe. Wenn Tabo oder Alchi durch "innere Anmut " glänzen, so dürfen sich andere Klöster wegen ihrer herrlichen Lage rühmen. Kein anderes Kloster befindet sich an einer dermaßen exponierten Lage wie Dhankar, das lange Zeit Hauptstadt von Spiti war.

Mönch oder Bauer

Bis in die jüngste Vergangenheit hinein führte der männliche Bevölkerungsteil in Spiti vorwiegend ein Leben als Bauer oder als Mönch. Darüber hinaus gab es nur wenige andere Chancen ein Auskommen zu finden, wie z.B. im Handel. Für die Klöster war es nicht schwierig Nachwuchs zu erhalten, weil es Sitte war, dass außer dem ältesten Sohn mindestens ein Sohn oder mehrere in die Klöster geschickt wurden. Während der Sommermonate standen die Mönche jedoch ihren Familien als Hilfskräfte zur Verfügung. Mit dem Zölibat der Mönche einerseits und der Polyandrie andererseits, bei der mehrere Brüder gemeinsam eine Ehe mit einer Frau schließen, konnte die Bevölkerungsentwicklung unter Kontrolle gehalten werden. Eine Tradition, die heute weniger beachtet wird, auch weil der Zwang die Bevölkerungszahl zu kontrollieren, nicht mehr so akut ist. Heutzutage gibt es auch anderweitige Beschäftigungsmöglichkeiten zur familiären Existenzsicherung. Darunter fallen nicht zuletzt die Chancen im Bereich der Verwaltung oder anderen staatlichen Dienstleistungen eine feste Anstellung zu finden. Früher waren die die Einheimischen auch im Handel mit dem benachbarten Tibet und Ladakh aktiv, aber dieser kam wegen den politischen Schwierigkeiten zwischen Indien und China zum Erliegen.


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Stand 22.12.2008